1. Allgemeine Hinweise

Lassen Sie sich nicht verunsichern.

Etwas Tröstliches vorweg: Der Tod ist ein schwieriges und sensibles Thema für alle Menschen. Jeder Sterbefall bringt sowohl die nächsten Angehörigen als auch das weitere Umfeld des Verstorbenen in eine ungewohnte Situation, die häufig von Unsicherheit und Angst geprägt ist. Niemand kann genau sagen, was richtig oder falsch ist, und jeder Trauernde empfindet anders. Grundsätzlich geht es darum, das maßvolle Verhältnis zwischen Rücksichtnahme und Anteilnahme zu finden.

Wir haben für Sie einige Informationen zusammengestellt, die Ihnen in dieser Situation nützlich sein sollen. Auf manche Fragen gibt es zwar keine eindeutigen Antworten, aber zumindest eine Orientierungshilfe. In jedem Fall ist auch die Intuition ein guter Ratgeber und im Zweifel sollten Sie lieber nachfragen als schweigen. Wenn man nicht weiß, wie man sich verhalten soll, ist Authentizität und Mut gefragt. Rückzug und Verdrängung dagegen wären der falsche Weg.

3. Umgang mit der eigenen Trauer

Haben Sie Geduld mit sich und anderen.

Wenn Sie einen geliebten Menschen verloren haben, ist es wichtig, Geduld zu haben, den Schmerz zuzulassen und Unterstützung einzufordern. Ordnen Sie in Ruhe Ihre Gedanken und Gefühle und lassen Sie Ihrer Trauer Raum. Erwarten Sie nicht zu viel von sich und sagen Sie Ihren Mitmenschen, was Sie sich wünschen. Andere wissen vielleicht nicht, wie sie sich Ihnen gegenüber verhalten sollen, und trauen sich deshalb nicht, auf Sie zuzugehen. Vor allem in der Zeit nach der Beerdigung tut es aber gut, mit anderen in Kontakt zu bleiben. Nicht zu vergessen: Versuchen Sie bei allem Schmerz, sich auch mal etwas Gutes zu tun.

Falls Sie das Gefühl haben, dass der Schmerz Sie dauerhaft betäubt und Ihnen der Weg zurück ins Leben zu schwer fällt, holen Sie sich bitte professionelle Hilfe. Es ist ein Zeichen von Stärke, wenn Sie Hilfe annehmen und gut für sich sorgen.

Eine besondere Situation ist ein Sterbefall übrigens auch für die, die selbst mittrauern und gleichzeitig trösten müssen, z. B. wenn ein Elternteil stirbt: Es ist nicht leicht, dann für den anderen Elternteil da zu sein und gleichzeitig mit der eigenen Trauer umzugehen. Gestehen Sie sich in diesem Fall bitte das Recht zu, nicht immer nur funktionieren zu müssen, und beanspruchen Sie auch Verständnis für sich selbst.

5. Verhalten bei der Trauerfeier

Tragen Sie stilvoll Trauer.

Die Farbe Schwarz ist seit jeher ein Symbol für Trauer und Einsamkeit und damit noch heute die Farbe der Wahl bei der Kleiderfrage bei einer Beerdigung. Entferntere Freunde und Bekannte können auch Dunkelblau oder Dunkelgrau tragen, Dunkelbraun ist dagegen nicht empfehlenswert. Kinder brauchen keine schwarze Kleidung, sollten aber auch nicht in knalligen Farben angezogen sein.

Der Kleidungsstil ist in der Regel eher festlich – Männer erscheinen am besten im Anzug mit Hemd und Krawatte und auf jeden Fall ohne Kopfbedeckung. Für Frauen ist ein knielanges Kostüm, ein langärmeliges Kleid oder ein Hosenanzug eine gute Wahl. Dezenz ist gefragt: kurze Ärmel, kurze Röcke, große Ausschnitte und nackte Beine (ohne Feinstrumpfhose) sind ebenso wie schriller Schmuck, ein auffälliges Make-up oder aufdringliches Parfum nicht empfehlenswert. Auf Wunsch können Frauen auch einen Hut oder eine leicht getönte Brille tragen.

Allerdings zeichnet sich in letzter Zeit durch den Wandel der Trauerkultur ein Trend in der Kleiderfrage ab: Die Konventionen lockern sich und besonders immer mehr junge Menschen wünschen sich helle Kleidung bei einer Trauerfeier, um dem Schmerz etwas Tröstliches entgegenzusetzen. Einem solchen Wunsch ist natürlich unbedingt zu entsprechen.

Beachten Sie ein paar einfache Regeln.

Die Trauerfeier und die Beisetzung sind die letzten gemeinsamen Momente mit dem Verstorbenen. Daher sollten Sie hier nur sehr zurückhaltend kondolieren und auf Wunsch der Hinterbliebenen von Beileidsbekundungen Abstand nehmen. Weiterhin gilt:

  • Erscheinen Sie unbedingt pünktlich, besser noch 10 Minuten früher.
  • Schalten Sie vorher Ihr Handy aus.
  • Schweigen Sie während der Trauerfeier und der Beisetzung.
  • Auf dem Weg zum Grab folgen Sie den Angehörigen in gebührendem Abstand.
  • Beim Abschied am offenen Grab verweilen Sie dort nur kurz und werfen dann Blumen oder Sand hinein.
  • Erscheinen Sie nur nach expliziter Einladung zum anschließenden Trauercafé.

Das Trauercafé nach der Beisetzung soll den Übergang von der Trauer zur Normalität symbolisieren. Dabei können die Trauernden Erinnerungen austauschen und es darf geweint und gelacht werden!

6. Trauernden zur Seite stehen

Sehen Sie den Abschied als Anfang.

Was viele nicht wissen: Nach der Bestattung beginnt für die Hinterbliebenen erst die eigentliche Trauerarbeit. Vorher gab es meist viel Ablenkung durch die Organisation der Trauerfeier und die vielen Entscheidungen, die getroffen werden mussten. Nun brauchen die Betroffenen besondere Zuwendung, denn Sie haben den Kontakt zu sich selbst verloren und sind sehr verletzbar. Aus Scham reagieren viele mit Rückzug, obwohl sie eigentlich Nähe bräuchten. So können Sie Trauernden helfen, sich selbst und ihre Bedürfnisse wieder wahrzunehmen:

  • Signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft.
  • Hören Sie zu und zeigen Sie echtes Interesse.
  • Fragen Sie, wie Sie helfen können.
  • Versuchen Sie vorsichtig über Berührung Kontakt herzustellen.
  • Geben Sie Ihre eigene Unsicherheit offen zu.
  • Respektieren Sie den Wunsch, allein zu sein, aber bleiben Sie dran.
  • Ertragen Sie auch ungewöhnliche Reaktionen und heftige Gefühle.
  • Animieren Sie zu einem geregelten Tagesablauf.
  • Pflegen Sie gemeinsame Rituale.
  • Haben Sie Geduld.

Nur wenn Sie beim Trauernden ernste Anzeichen für einen stagnierenden Trauerprozess beobachten, wie z. B. dauerhafte Depressionen, starke körperliche Schwäche oder Suchtgefahr, sollten Sie dringend professionelle Hilfe hinzuziehen.

2. Fragen im Trauerfall

Fragen Sie alles, was Sie bewegt.

Es ist vollkommen normal, dass bei einem Trauerfall viele Fragen auftauchen. Lassen Sie sich ausführlich von uns beraten und sprechen Sie dabei unbedingt alles an, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Wissen beruhigt und erweitert Ihren Handlungsspielraum. Häufige Fragen von Hinterbliebenen sind z. B.:

Wie lange darf ich bei einem Todesfall den Verstorbenen noch zu Hause behalten?

Laut Gesetz ist es erlaubt, einen Leichnam auf Wunsch bis zu 3 Tage nach Eintritt des Todes zu Hause zu behalten und ihn dort auch aufbahren zu lassen. Die dafür notwendigen hygienischen Maßnahmen und die Formalitäten übernehmen wir gerne für Sie.

Kann die Urne des Verstorbenen bei mir im Wohnzimmer verbleiben?

Das ist in Deutschland leider nicht erlaubt. Sie dürfen die Urne weder im Wohnzimmer behalten noch im Garten beisetzen. Neben einer Beisetzung der Urne auf dem Friedhof kommen aber auch andere Bestattungsarten wie z. B. die Seebestattung, eine Baumbestattung oder das Verstreuen der Asche auf dafür vorgesehenen Streuwiesen infrage.

Wie kann ich den Wunsch des Verstorbenen nach Spenden statt Blumen umsetzen?

Gerne helfen wir Ihnen, diesem letzten ehrenvollen Wunsch zu entsprechen: Wir richten ein Spendenkonto dafür ein und setzen den Spendenaufruf in die Traueranzeige. Natürlich listen wir Ihnen am Schluss alle Zahlungseingänge auf und überweisen Ihnen den Gesamtbetrag.

Kann ich die Kosten für eine Bestattung vorher genau abschätzen?

Natürlich bekommen Sie von uns vor der Bestattung eine detaillierte Schätzung, mit welcher Summe Sie rechnen müssen. Da sich jedoch vor allem die Fremdkosten z. B. für Blumen, Musiker oder Trauerredner nicht immer genau vorhersagen lassen, können wir moderate Abweichungen aber nicht völlig ausschließen.

4. Taktvoll kondolieren

Wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht.

Es ist eine gute Sitte, Trauernden seine persönliche Anteilnahme auszudrücken. Für die Form des Kondolierens ist das Verhältnis zu den trauernden Angehörigen entscheidend: Entfernte Bekannte wählen meist die Schriftform, enge Freunde suchen eher den persönlichen Kontakt. Sein Beileid auszusprechen ist keine leichte Aufgabe, aber mit den folgenden Hinweisen finden Sie sicher die richtigen Worte:

Beim mündlichen Kondolieren verlassen Sie sich am besten auf Ihre innere Stimme. Wenn Sie so gar nicht wissen, was Sie sagen sollen, können Sie das auch ganz direkt formulieren: Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Außerdem gilt: Blicke und vorsichtige Berührungen können auch trösten! Achten Sie aber darauf, welche körpersprachlichen Signale Ihnen Ihr Gegenüber gibt.

Wenn Sie in Schriftform kondolieren, schreiben Sie am besten von Hand mit Tinte auf schlichtem weißen Papier oder einer selbstgestalteten Trauerkarte (schöne schlichte Vorlagen finden Sie hier). Ein Brief bietet natürlich mehr Platz und wird eher aufbewahrt als eine Karte. Natürlich gibt es auch vorgefertigte Trauerkarten aus dem Handel, die allerdings etwas unpersönlich wirken können, wenn Sie den Angehörigen nahestehen.

Formulieren Sie zwei, drei persönliche Sätze, wobei Sie neben der Anteilnahme auch auf die Situation der Hinterbliebenen oder die Umstände des Todes eingehen können. Wichtig ist, dass Sie nichts relativieren, z. B. durch nur scheinbar tröstende Floskeln wie „Das wird schon wieder“ oder „Du hast ja noch andere Kinder“.  Beweisen Sie Ihr Einfühlungsvermögen durch sehr bewusst gewählte Worte, die nicht verletzend wirken können. Auch Gedichte, Zitate oder Trauersprüche sollten Sie nur verwenden, wenn Sie wirklich passen (das gilt insbesondere für religiöse Inhalte). Im Idealfall überreichen Sie Kondolenzbriefe persönlich. Außerdem gilt: Auch Blicke und behutsame Berührungen können trösten!

Eine schriftliche Kondolenz ist in etwa so aufgebaut:

- Persönliche Anrede

- Formulierung des Beileids

  • Wir können immer noch nicht fassen, dass … uns für immer verlassen hat.
  • Zum Tode Ihres … sprechen wir Ihnen unser tiefes Mitgefühl aus.
  • Ich bin tief betroffen und spreche Dir und Deiner Familie meine aufrichtige Anteilnahme zum Tode Deines lieben … aus.
  • Mit Bestürzung habe ich vom Tod Eurer Mutter … erfahren.

- Würdigung des Verstorbenen

  • In all den Jahren unserer Zusammenarbeit haben wir seine herzliche Art und seine fachliche Kompetenz geschätzt.
  • Viele Menschen werden sich dankbar und liebevoll an sie erinnern.
  • Alle, die sie kannten, schätzten besonders ihre …
  • Er war ein guter Freund, ich werde ihn nicht vergessen.
  • Ich werde Ihrem Vater ein ehrendes Andenken bewahren.

- Gute Wünsche und Hilfsangebote

  • Ich wünsche Ihnen all die Kraft, die Sie jetzt brauchen, um das Leben allein zu meistern.
  • Ich werde alles tun, um Dich auf deinem Weg zu unterstützen.
  • Wir sind immer für Dich und die Kinder da.
  • Bitte sag uns, wie wir Dir zur Seite stehen können.

- Abschiedsformulierung

  • Ich bin sehr traurig und in Gedanken bei Dir/Euch.
  • Sei umarmt.
  • Mit stillem Gruß.
  • Wir trauern mit Ihnen.
  • In tiefer Trauer und innigem Mitgefühl.

7. Der Trauerprozess

Geben Sie der Trauer Zeit.

Jeder Mensch erlebt und bewältigt seine Trauer anders, je nach Persönlichkeit, der Beziehung zum Verstorbenen und der Lebenssituation. Allen gemeinsam ist aber eine tiefe Betroffenheit, die in einem Prozess sehr unterschiedliche Gefühlszustände hervorruft. Oft gehört nach dem anfänglichen Schock das Verleugnen des Verlustes dazu. Viele erleben auch ein Gefühl der Leere und Empfindungslosigkeit.

Wenn der Tod endgültig akzeptiert wird, brechen durch den Schmerz wiederum verschiedene Emotionen auf, die von Wut und Zorn über Angst und Ohnmacht bis hin zu extremer Traurigkeit und Verzweiflung reichen können. Es ist gut, diese Gefühle zuzulassen, weil sie für die Bewältigung der Trauer wichtig sind.

Besonders nach der Beerdigung werden viele trauernde Menschen durch Einsamkeit, Hilflosigkeit und Apathie gelähmt. Körperliche Symptome dafür sind zum Beispiel Appetit- oder Schlafstörungen und extreme Kraftlosigkeit. Fast immer rücken aber allmählich die eigene Person und das alltägliche Leben allmählich wieder in den Mittelpunkt.

Ganz gleich, wie der individuelle Trauerprozess bei jedem Einzelnen aussieht – immer wird von allen Beteiligten viel Geduld und die Bereitschaft zu offenen und einfühlsamen Gesprächen verlangt. Mit der Einsicht, dass es „den typischen Normalfall“ hier gar nicht gibt, ist schon viel gewonnen.